KÜNSTLERISCHE POSITION
Vergangenheit als Ausgangspunkt der Gegenwart
Meine Malerei bewegt sich im Spannungsfeld zwischen historischen Bildtraditionen und gegenwärtiger Wahrnehmung.
Motive aus Renaissance, christlicher Ikonografie und Mythologie bilden dabei wiederkehrende Ausgangspunkte. Ich verstehe sie nicht als abgeschlossene historische Zeugnisse, sondern als visuelle Denkmodelle, die auch heute gesellschaftliche und existentielle Fragen formulieren können.
Durch die Veränderung von Kontext, Komposition und Bedeutung werden vertraute Bildmotive neu gelesen. Eine Venus wird zur Auseinandersetzung mit Schönheitsideal und Selbstbild, die Kreuzigung zum Sinnbild menschlichen Leidens, die mythologische Figur zur Projektionsfläche gegenwärtiger Erfahrungen.
Die menschliche Figur nimmt dabei eine zentrale Stellung ein. Körper, Haltung, Blick und Spiegelung werden zu Trägern von Identität, Selbstwahrnehmung und gesellschaftlicher Realität.
In meinen Arbeiten verbinde ich Öl- und Acrylmalerei mit Papier, zeichnerischen Strukturen und unterschiedlichen malerischen Verfahren. Überlagerungen und Brüche erzeugen dabei mehrere Wahrnehmungs- und Bedeutungsebenen.
Meine Arbeit versteht Kunstgeschichte nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als einen visuellen Fundus, der immer wieder neu befragt und in die Gegenwart überführt werden kann.